
Eigentlich gibt es ja mehrere Daten, an denen offiziell der Frühling beginnt, je nachdem wen man fragt. Man unterscheidet zwischen:
- astronomisch (am Primär-Aquinoktium = der ersten von zwei Tag-und-Nacht-Gleichen des Jahres, wenn die Sonne sich genau im Frühlingspunkt der Erdbahn befindet, d.h. die Sonne überquert dabei den Himmelsäquator von Süd nach Nord. Auf der Nordhalbkugel immer in der Zeit vom 19.-21.März. In diesem Jahr genau heute, um 15:46 MEZ. Ich werde wohl Begriffe wie "Himmelsäquator" bald wieder vergessen, aber dass Tag und Nacht zweimal im Jahr gleich lang sind - einmal im Frühling und einmal im Herbst - das kann ich mir merken...)In unserem Garten wächst eine Salweide, die hat sich irgendwann mal selbst gesetzt, und wir haben sie wachsen lassen. Salweiden sind immer entweder weiblich oder männlich, und ich wusste nie, was wir für ein Exemplar abbekommen hatten. Das Bild unten zeigt meine ersten näheren Betrachtungen unseres Baumes:

Da wir ja nur eine Salweide in unserem im Garten haben, ging ich später online und hab' mir Abbildungen von Blüten gesucht, um vergleichen zu können. Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass wir eine weibliche Pflanze haben:
Männliche Pflanzen liefern Nektar und Pollen, weibliche "nur" Nektar. Beide Varianten sind wichtige Bienenweiden. Ich fand eine lange Liste der Insekten, für die der Baum wichtig ist: über 30 deutsche Wildbienenarten, darunter Hummeln und mehrere Sandbienen, Schmal- und Furchenbienen, Mauerbienen und Frühlings-Seidenbienen. Für bestimmte Arten, wie die Weiden-Sandbiene, ist der Baum die wichtigste Nahrungssquelle. (Quelle: Wildbiene.org) Unten von links nach rechts: Beispiele von Hummel, Mauerbiene und Sandbiene, die ich schon mal illustriert hatte:
Auch für Schmetterlinge ist die Salweide wichtig. Für zahlreiche Schmetterlinge wie z.B. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs ist die Salweide Nektar- und Pollenquelle. Später sind die Blätter für viele Tiere dann auch Raupenfutter (Quelle NABU NRW)
Die Menge an Insekten, die auch unser (weibliches) Exemplar umflogen, war auf jeden Fall immer schon auffallend:

Keine Insekten dagegen besuchen die Forsythien nebenan. Das wusste ich schon, aber fällt mir im direkten Vergleich im Frühjahr immer wieder auf. Die stehen in den Nachbargärten in voller Pracht und sehen auch toll aus, aber sind halt steril. Die verkauften Ziergehölze der Forsythien hierzulande sind in der Regel Hybriden, man erkennt sie meistens an dem X im lateinischen Namen. Fast alle dieser Pflanzen besitzen dann "trockene Blüten" ohne Nektar oder Pollen (Ausnahme siehe Kasten unten!).
Inzwischen (10 Tage nach der ersten Skizze) sind die kleinen unscheinbaren Blüten unserer Salweide verblüht und nur noch als dunkle Punkte zu erkennen, aus denen sich später dann Samen entwickeln werden. Ich hatte mich abschließend noch mit der Frage beschäftigt, ob denn unsere weibliche Pflanze denn genauso wichtig ist für Insekten wie die männliche.

Forsythia "Beatrix Farrand" (einzige bienenfreundliche hybride Sorte!)
Forsythia Europaea (Europäische Forsythie)
Weiße Forsythie/Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum, weiß-rosa Blüten)
Kornelkirschen (Cornus mas)
Da hätten dann alle was von, der Mensch und die Umwelt.