Noch ein Blog mit hübschen Bildern von bunten Blumen? (Jepp, ich liebe Alliterationen...) Noch mehr salbungsvolle Texte geschrieben von einer KI, einem "intelligenten Tool", das nicht weiss, was es eigentlich sagt, sondern Wahrscheinlichkeiten berechnet? Benutzt, um einem Algotythmus zu gefallen, auch wenn die Maschine Natur noch nie gesehen hat und auch kein Teil von ihr ist?
Nicht ganz. Hier schreibt (und zeichnet) ein Mensch. Für Menschen. Früher oft digital (siehe Bild), inzwischen am liebsten mit Feder (= "nib") auf Papier. Und mit einer Vorliebe für Moos (= "mossy"), Farne und alles, was im Schatten wächst. Daher der Name.
Wer schreibt hier?
Hi, ich bin Imke, Ihr könnt mich aber einfach Imme nennen. So hieß ich als Kind und so nennt meine Familie mich immer noch. Ihr kennt meine Illustrationen für Kinderbücher und die Charaktere aus meinen freien Arbeiten. Hier möchte ich Euch eine Seite von mir zeigen, die sich als roter Faden durch mein ganzes bisheriges Leben gezogen hat: ein Gefühl von Verbundenheit mit der Natur. Imme ist das Mädchen, das Konrad Lorenz gelesen hatte und danach mit einer Tictac-Dose am Tümpel saß. Das mit großen Schritten die Flügelspannweite von Pteranodon abgemessen hat. Dessen Regale gefüllt waren mit Schädeln, Knochen und Muschelschalen. Das mit Begeisterung Gewölle der Eule, die im Garten wohnte, auseinander nahm und untersuchte (in der Hoffnung, ein Mäuseskelett zusammensetzen zu können). Das am Strand ein komisches Ding fand, das sich als Seeanemone entpuppte. Und das ständig alle möglichen Tiere "rettete" und in Tasche oder Schulranzen nach Hause brachte.
Ich möchte Euch mitnehmen auf eine Reise in eine Wildnis. Ein Abenteuer, für das man in kein Flugzeug steigen muss, weil es schon vor der eigenen Haustür beginnt.
Was Euch hier erwartet:
• Tier- und Pflanzenportraits • Einblicke in meine Skizzenbücher • Naturstudien sowohl nach dem Objekt als auch nach Fotoreferenzen • Notizen zu Dingen, die mir auffallen • Infos, die ich recherchiert habe • Tipps zu Technik und Material • Gedanken und Geschichten
Was ist "Nature Journaling" eigentlich ?
Letztendlich beschreibt es die direkte Beobachtung der Natur mit Hilfe von schnellen Skizzen, Worten und Zahlen. Forschungsreisende oder Künstler*innen haben immer schon Naturstudien angefertigt und diese als Grundlage genutzt für ihre Arbeiten. Bekannte Beispiele sind u.A. Dürer, Da Vinci, Humboldt, Merian, Darwin oder John Muir.
John Muir, from his Alaska Notebooks, ca 1914, Public domain, via Wikimedia Commons
Maria Sibylla Merian, Aquarell aus Merians Studienbuch, ca 1686 - 1717, Public domain, via Wikimedia Common
Leonardo da Vinci (1452 - 1519), Public domain, via Wikimedia Commons
Das erste Mal sah ich tagebuchartige Naturstudien in einem Buch mit Zeichnungen und Aquarellen von Edith Holden (1972- 1920). Holden war Illustratorin aus England und ist durch ihre posthum veröffentlichten Naturtagebücher heute bekannter als durch ihre eigentlichen Arbeiten.
Edith Holden, from Edith Holden's Phenology of the English Midlands by Month, 1905-1906, Public domain, via Wikimedia Commons
Man muss jedoch weder Naturwissenschaften noch Kunst studiert haben, um sich mit der Natur auseinanderzusetzen, die einen umgibt. Genaues Beobachten kann man lernen, wenn man sich die Zeit dazu nimmt. Es geht auch nicht um perfekte Ergebnisse, sondern um das Hinsehen, das Bemerken und Kennenlernen. Viele Menschen in heutiger Zeit nutzen das Beobachten der Natur mit Stift und Papier als Methode zur Entschleunigung, als Möglichkeit eine tiefere Verbundenheit mit der Natur zu schaffen, und um (wieder) eins mit ihr zu werden. Ein Hauptaspekt des "Nature Journaling" ist für mich eben dieses persönliche Erleben gepaart mit Respekt vor Flora und Fauna und dem Wunsch, die Artenvielfalt zu erhalten.
"No one will protect what they don't care about; and no one will care about what they have never experienced". Sir David Attenborough
Bekannte Vertreter heute sind z.B.:
In den USA: Clare Walker Leslie (https://www.clarewalkerleslie.com/) und John Muir Laws (https://johnmuirlaws.com/), Alex Boon in Großbritannien (https://alexboonart.com/) und Verena Hillgärtner in Deutschland (https://wiederwilderwerden.de/).
Meine Naturstudien sind meistens in mehreren Skizzenbüchern verstreut. Oft zeichne ich vor Ort, manchmal nehme ich mir Schätze mit nach Hause. Besondere Fundstücke sind mir immer besonders wertvoll, auch wenn andere vielleicht nur einen Ast, einen Stein oder eine Muschel darin sehen.
Was war Euer kuriosester Fund in der Natur? Schreibt's gerne in die Kommentare :)